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27.02.2012

Neue Forderungen nach Nullpromillegrenze in Straßenverkehr: Umsetzung wäre der Tod der Landgastronomie ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Verkehrsunfallstatistik

Wieder tauchen neue Forderungen nach einer Nullpromillegrenze im Straßenverkehr auf, dieses Mal von den Bayerischen Ministerien für Inneres und Kultur. Wieder werden pauschal Fahrer unter Alkoholeinfluss als wesentliche Ursache von Verkehrsunfällen dargestellt und daraus die Absenkung der Promillegrenze von heute 0,5 auf null Promille gefordert. Derartige Forderungen gehen aber an aktuellen Entwicklungen im Verkehrsunfallgeschehen vorbei, wären hingegen das wirtschaftliche Aus für die Landgastronomie. Laut offizieller Verkehrsunfallstatistik sind Alkoholunfälle im Zeitraum 2001 bis 2010 um 38,9 % zurückgegangen, während im gleichen Zeitraum die Anzahl der Verkehrsunfälle um 1 % gestiegen ist. Der Anteil der Alkoholunfälle beträgt 1,6 % an allen Unfällen. Auch bei den schwerwiegenden Unfällen, sprich Unfällen mit Personenschäden eine ähnlich positive Entwicklung: Die Unfallursache Fehlverhalten eines Fahrers unter Alkoholeinfluss ist hier im Zeitraum 2001 bis 2010 um 40,2 % zurückgegangen. Weiter ist in diesem Zusammenhang wichtig, inwieweit Handlungsbedarf bei der Promillegrenze besteht, sprich mit welchem Blutalkoholwert Unfallbeteiligte mit Alkoholeinfluss vorgefunden wurden. Auch hier zeigen die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik ein eindeutiges Bild: Nur ein Anteil von 5,2 % aller an Unfällen mit Personenschäden alkoholisierten Beteiligten hatte eine Blutalkoholkonzentration zwischen 0,1 und 0,5 Promille. Das heißt, alle anderen an Unfällen beteiligte Fahrer mit Alkoholeinfluss hatten eine BAK, die bereits heute gesetzeswidrig ist und mindestens mit Führerscheinentzug und Bußgeld geahndet wird. Wichtig ist auch, eine BAK von 0,5 Promille wird nicht zufällig oder aus Versehen erreicht, sondern es müssen hierzu signifikante Mengen Alkohol in kurzer Zeit konsumiert werden. Zusammengefasst wird mit diesen Zahlen deutlich: Alkohol als Unfallursache ist seit Jahren deutlich rückläufig. Eine Absenkung der Promillegrenze hätte keine messbaren Auswirkungen auf das Unfallgeschehen. Hingegen würde eine Nullpromillegrenze existenzbedrohende Umsatzeinbrüche für die Landgastronomie nach sich ziehen, eine Gastronomieform, die von der mobilen Erreichbarkeit lebt. Die Privaten Brauereien Bayern wenden sich eindeutig gegen Änderungen der Promillegrenze, es handelt sich bei diesen Forderungen um eine reine Schaufensterpolitik, ohne Wirkungen auf die Unfallstatistik. Es geht beim Thema Alkohol und Verkehr allein um die Kontrolle bestehender Gesetze und hier zeigt die Entwicklung einen äußerst positiven Trend.

Anlage: Unfallzahlen Deutschland 2001-2010

Pressekontakt

Stefan Stang
Private Brauereien Bayern e. V.
Thomas-Wimmer-Ring 9
80539 München
Telefon: 089/2909560
Telefax: 089/220179
info@private-brauereien-bayern.de

Roland Demleitner
Private Brauereien Deutschland e. V.
Rheinstrasse 11
65549 Limburg
Telefon (06431) 5 20 48
Telefax (06431) 5 36 12
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