28.08.2019

Private Brauereien fordern Erhöhung der Pfandsätze auf Mehrweggebinde

Bereits vor einigen Jahren hatte der Verband Private Brauereien einen Anlauf unternommen, die seit Jahrzehnten nicht erhöhten Pfandsätze auf Mehrweggebinde zu erhöhen – damals leider vergeblich, weil sich namhafte Marktteilnehmer versperrten.

Vor dem Hintergrund der weiter stark gestiegenen Diskrepanz zwischen den Anschaffungskosten für Mehrweggebinde, insbesondere bei Kästen, und den geltenden Pfandsätzen sowie angesichts einer deutlich nachlassenden schnellen Rückgabebereitschaft des Verbrauchers, die letztendlich ebenfalls auf die zu geringen Pfandsätze zurückzuführen ist, haben Private Brauereien Bayern und Private Brauereien Deutschland einen erneuten Versuch unternommen, möglichst brancheneinheitlich eine Erhöhung der Pfandsätze auf Mehrwegbierkästen und Mehrwegflaschen zu erreichen. Hierzu führen der Verband Private Brauereien Deutschland und seine Landesverbände derzeit Gespräche mit dem Deutschen Brauer-Bund e.V. und dessen Landesverbänden. Die nächste Sitzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Vertretern bei der Brauereiorganisationen findet am 02.09.2019 statt. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe sollen insbesondere auch die sich stellenden finanziellen und technischen Fragen einer möglichen Erhöhung der Pfandsätze auf Mehrweggebinde erörtert und abgeprüft werden. Seitens des Verbandes Private Brauereien wird dabei eine Erhöhung der Pfandsätze für den Bierkasten auf 5,00 EUR, für Mehrwegpoolflaschen auf 0,15 EUR bzw. 0,25 EUR auf Bügelverschlussflaschen vorgeschlagen. Damit soll auch die künftige Steigerung der Widerbeschaffungskosten und die Tatsache Berücksichtigung finden, dass eine Pfandsatzerhöhung nicht wiederholt in kurzen Abständen vorgenommen werden kann.

Ob die Gespräche zwischen den Brauerverbänden zu einer einheitlichen Branchenlösung führen, ist derzeit offen. Der Verband Private Brauereien ist bestrebt, eine solche zu erreichen. Allerdings haben einzelne Brauereien, vornehmlich in Bayern, bereits angekündigt, einen solchen Schritt notfalls im Alleingang vorzunehmen bzw. dies für einzelne Gebinde bereits getan.

Zu der Thematik liegen dieser Brauer Rundschau zu Ihrer Information zudem beispielhaft einige aktuelle Presseberichte, die die laufende Diskussion und Entwicklung widerspiegeln. Wir halten des weiteren fest, dass wir hierauf bereits Zuschriften von Verbrauchern erhalten haben, die durchweg positiv auf eine mögliche Pfandsatzerhöhung reagierten und die hierfür sprechenden Gründe nachvollziehen können.

Umweltbundesamt unterstützt Forderungen des Verbandes Private Brauereien nach höherem Mehrwegpfand

In die Diskussion um eine Erhöhung der Pfandsätze auf Mehrweggebinde hat sich jetzt das Umweltbundesamt eingeschaltet und unterstützt die Forderungen des Verbandes Private Brauereien nach einer Erhöhung der Pfandsätze für Mehrweggebinde auch aus ökologischer Sicht. Wenn Flaschen möglichst oft wieder befüllt werden, wäre das ein Vorbild für Abfallvermeidung, so das Umweltbundesamt. Auch sei das Pfand seit vielen Jahren nicht erhöht worden und heutzutage im Vergleich mit anderen Preisen sehr niedrig.

Entsprechende Meldungen des Handelsblattes und des Deutschlandfunks vom 27.08.2019 sind nachfolgend beigefügt.