Alkoholpolitik
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Alkoholpolitik
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Mythos: "Hohe Bierpreise senken Alkoholkonsum"

FALSCH!

RICHTIG:

Die dahinter stehenden These lautet: Weil in Deutschland die Biersteuer im internationalen Vergleich moderat ist, ist der Bierkonsum beständig hoch.
Schon allein ein Blick auf harte Zahlen und deren Entwicklung zeigt, dass dem nicht so ist. Im Zeitraum 1992 – 2014 ist der Pro-Kopf-Verbrauch Bier in Deutschland bei konstant moderaten Biersteuersätzen um 24,7 % zurückgegangen
(siehe Statistik). Auch der Vergleich mit Ländern, die eine hohe Biersteuer haben, widerlegt eindeutig diese These: Der Gesamtalkoholkonsum ist in Bier-Hochsteuerländern wie Dänemark, Großbritannien, Finnland höher als in Deutschland. Interessant auch, dass traditionelle Weinländer, die aufgrund einer Nullbesteuerung des Weins Alkohol-Niedrigsteuerländer sind, wie eben Italien oder Griechenland, beim Ranking des internationalen Gesamtalkoholkonsums im hinteren Drittel liegen (siehe Statistik).

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf das Preisniveau, des deutschen Bieres im Einzelhandel. Es ist möglich einen Kasten Bier in einer Bandbreite zwischen 5 Euro für Billigbier und 18 Euro für traditionell gelagertes, mit regionalen Rohstoffen hergestelltes Bier zu kaufen. Was würde sich ändern mit einer deutlichen Erhöhung der Biersteuer, die heute bei etwa 1 Euro pro Kasten liegt? Der Markt würde sich nur in Richtung Billigbier verschieben. Regionale Hersteller mit traditionellen Herstellungsprozessen und regionalen Rohstoffen würden mit ihren Bierpreisen von über 12 Euro verlieren. Sie müssten aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Produktivität die Biersteuererhöhung 1:1 durch Preiserhöhungen an den Verbraucher weitergeben. Hingegen wären Großkonzerne mit ihren äußerst hohen Produktivitätsvorteilen und damit geringen Produktionskosten in der Lage, derartige Steuererhöhungen weitestgehend abzupuffern und die Preise konstant zu halten. Als Folge bliebe der Bierpreis für den Verbraucher nahezu unverändert, verlieren würden die kleinen und mittelständischen Brauereien und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Verlieren würden aber auch die Biertrinker, nämlich an Biervielfalt und Genuss.